home news modellvorstellungen tests concepts specials zubehoer history community marktplatz
Manifestierte Eigenständigkeit
GLK: Mercedes kompaktestes SUV im Test
Wir haben uns für unseren Test das sparsamste Modell, den "GLK 220 CDI Blue Efficiency" ausgesucht.

 home tests 

 

22.02.2010

Nach dem Klassiker G, der großen ML-KLasse und der noch größeren GL-Klasse brachte Mercedes mit dem GLK im Jahr 2008 erstmals ein (halbwegs) kompaktes SUV auf den Markt. Und feierte damit in Österreich einen recht beachtlichen Verkaufserfolg: 1040 Autos konnte man im ersten vollen Verkaufsjahr 2009 an den Kunden bringen.

Mercedes GLK 220 CDI

Voriges Bild !

(15 Bilder)

Nächstes Bild !

Blue Efficiency
Das steht bei Mercedes für ein ganzes Bündel an Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion bei verschiedenen Modellen. Der GLK-Klasse hat man dieses Paket im Modell "220 CDI Blue Efficiency" verpasst. Damit kommt der Wagen laut im Schnitt auf passable 6,9 Liter Dieselverbrauch pro 100 Kilometer. Was einem CO2-Ausstoß von 183 Gramm entspricht. So steht's zumindest im Prospekt. Wir haben uns das in der Praxis etwas genauer angesehen.

Was steckt im Detail hinter dem Mercedes-Programm zur Effizienzsteigerung? Vorab: Nicht, wie man auf Grund des Namens vermuten könnte, eine Reduktion der Stickoxide durch Einspritzung von "AdBlue" in den Abgasstrom, wie es bei vielen Herstellern im Moment "state of the art" ist. Sondern bewusste Gewichtseinsparungen, die Reduktion von Reibung im Antriebsstrang, die Verbesserung der Aerodynamik. Der Einsatz von Reifen mit reduziertem Rollwiderstand. Und Maßnahmen zur Reduktion des Stromverbrauches - wie zum Beispiel der Einsatz einer besonders Energie sparenden Servolenkung.

Im Praxistest konnten wir den von Mercedes angegebenen Verbrauchswert von 6,9 Litern dann nur bei moderater Fahrweise und mittleren Geschwindigkeiten auf der Landstraße erreichen. Auf der Autobahn muss der GLK-Fahrer mit einer 8 vor dem Komma rechnen, im rein innerstädtischen Betrieb könnte der Wert schon 'mal zweistellig werden.

Motor/Getriebe
Als Entschädigung darf sich der Fahrer über ein überaus agiles Euro-5-Triebwerk freuen. Das aus seinen knapp 2,2 Litern Hubraum 170 PS und ein schönes Drehmoment von 400 Newtonmetern zaubert. Und für überaus souveräne, fast ein wenig sportliche Fahrleistungen sorgt. Fein ist auch die serienmäßig installierte 7G-TRONIC - das, wie der Name schon sagt, 7-gängige Automatikgetriebe. Es versieht in sauberer Harmonie mit dem Motor seinen Dienst. Eine freie Gangwahl spielt es leider nicht, mittels Hebel kann der Automat nur gezwungen werden, nicht über einen bestimmten Gang hinauszuschalten - wie bei klassischen alten Getrieben hauptsächlich für eine höhere Motorbremswirkung beim Bergabfahren gedacht.

Innenraum
Im Innenraum hat uns der Mercedes GLK restlos überzeugt: Hier umschmeicheln perfekte Materialien die Passagiere, die Sitze sind gut konturiert, das Platzangebot sehr gut. Wunderbar gelungen ist die Armaturentafel, Tacho und Drehzahlmesser leuchten in dezenten silbergrau. Echter Eyecatcher ist der brillante Zentralmonitor, auf den das "Comand-APS-System" seine Infos und Menüs projiziert. Mühelos lassen sich so Radio, Navi und Telefon bedienen. Die Qualität bei der Wiedergabe von DVD-Filmen macht viel Freude, als Musikserver erlaubt Comand APS auch die Speicherung von bis zu 1.000 MP3s.

Zur wirklich üppigen Serienausstattung zählen neben der 7G-TRONIC auch ein ESP, ein ABS und der Allradantrieb 4MATIC in Kombination mit dem elektronischen Traktionssystem 4ETS.

Allradantrieb
Stichwort Allradantrieb: 4MATIC wirkt permanent an alle 4 Räder, verteilt das Antriebsmoment im Verhältnis von 45:55 zwischen Vorder- und Hinterachse. Das Verteilergetriebe ist einstufig, das Zentraldifferenzial ist mit 50 Nm "grundgesperrt". 4ETS sorgt für die Verteilung des Antriebsmomentes an die Räder mit mehr Traktion, indem rutschende oder durchdrehende Räder abgebremst werden.

Ein System, dass auf nassen oder mit Schnee bedeckten Straßen ausgezeichnet funktioniert. Dass der GLK mit den Genen der Allradlegende G-Klasse ausgestattet sei, darf man aber schlichtweg als guten Marketing-Gag abtun. Schlechtwegetauglichkeit ja, Geländetauglichkeit: nein, definitiv nicht. Wenn man den GLK etwas forciert über kurvige Landstraßen zirkelt, seine Übersichtlichkeit im Stadtverkehr  zu schätzen lernt, seine Langstreckentauglichkeit auf der Autobahn genießt, das ausgewogene Fahrwerk genießt - dann kommt man drauf: Der GLK will gar kein moderner G sein. Auch keine kleine GL-Klasse. Sondern ein modernes, kompaktes SUV - ein Alleskönner mit deutlichen "Onroad"-Prioritäten. Mit deutlicher Distanz zu den anderen Modellen und damit weit gehender Eigenständigkeit.

Preise/Fazit
Unser Testwagen stand übrigens mit einem Grundpreis von 33.190 Euro in der Liste. Auf dem Beipackzettel der an Bord befindlichen Sonderausstattung fielen besonders das Comand APS mit 2.670 und das "Intelligent Light System" um 1.280 Euro auf. Das optische (!) Offroad-Paket war mit 940 Euro zu finden, die Einparkhilfe "Parktronic" immerhin noch mit 720 Euro. Zusammen mit aufpreispflichtigen Features wie Lederlenkrad, "Pre Safe"-System, Regensensor, Dachreling, Sitzheizung und - last not least - Steuern ergab das einen recht beachtlichen Gesamtpreis von 54.905 Euro. Nicht ganz günstig für ein mittelgroßes SUV, das aber schließlich zu den Luxus-Gefährten im Segment zählt, mercedes-typischen Komfort sowie ausgezeichnete Fahrleistungen bietet.

gelaendewagen.at Test Nr. 85

Text und Fotos: gelaendewagen.at



 
(c) allradnews.at & gelaendewagen.at