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Blue Efficiency
Das steht bei Mercedes für ein ganzes Bündel an Maßnahmen
zur Verbrauchsreduktion bei verschiedenen Modellen. Der
GLK-Klasse hat man dieses Paket im Modell "220 CDI Blue
Efficiency" verpasst. Damit kommt der Wagen laut im Schnitt auf
passable 6,9 Liter Dieselverbrauch pro 100 Kilometer. Was
einem CO2-Ausstoß von 183 Gramm entspricht. So steht's zumindest
im Prospekt. Wir haben uns das in der Praxis etwas genauer
angesehen.
Was steckt im Detail hinter dem Mercedes-Programm zur
Effizienzsteigerung? Vorab: Nicht, wie man auf Grund des Namens
vermuten könnte, eine Reduktion der Stickoxide durch
Einspritzung von "AdBlue" in den Abgasstrom, wie es bei vielen
Herstellern im Moment "state of the art" ist. Sondern bewusste
Gewichtseinsparungen, die Reduktion von Reibung im
Antriebsstrang, die Verbesserung der Aerodynamik. Der
Einsatz von Reifen mit reduziertem Rollwiderstand. Und Maßnahmen
zur Reduktion des Stromverbrauches - wie zum Beispiel der
Einsatz einer besonders Energie sparenden Servolenkung.
Im Praxistest konnten wir den von Mercedes angegebenen
Verbrauchswert von 6,9 Litern dann nur bei moderater Fahrweise
und mittleren Geschwindigkeiten auf der Landstraße erreichen.
Auf der Autobahn muss der GLK-Fahrer mit einer 8 vor dem
Komma rechnen, im rein innerstädtischen Betrieb könnte
der Wert schon 'mal zweistellig werden.
Motor/Getriebe
Als Entschädigung darf sich der Fahrer über ein überaus
agiles Euro-5-Triebwerk freuen. Das aus seinen knapp 2,2
Litern Hubraum 170 PS und ein schönes Drehmoment von 400
Newtonmetern zaubert. Und für überaus souveräne, fast ein wenig
sportliche Fahrleistungen sorgt. Fein ist auch die serienmäßig
installierte 7G-TRONIC - das, wie der Name schon sagt,
7-gängige Automatikgetriebe. Es versieht in sauberer Harmonie
mit dem Motor seinen Dienst. Eine freie Gangwahl spielt es
leider nicht, mittels Hebel kann der Automat nur gezwungen
werden, nicht über einen bestimmten Gang hinauszuschalten - wie
bei klassischen alten Getrieben hauptsächlich für eine höhere
Motorbremswirkung beim Bergabfahren gedacht.
Innenraum
Im Innenraum hat uns der Mercedes GLK restlos
überzeugt: Hier umschmeicheln perfekte Materialien die
Passagiere, die Sitze sind gut konturiert, das Platzangebot sehr
gut. Wunderbar gelungen ist die Armaturentafel, Tacho und
Drehzahlmesser leuchten in dezenten silbergrau. Echter
Eyecatcher ist der brillante Zentralmonitor, auf den das
"Comand-APS-System" seine Infos und Menüs projiziert. Mühelos
lassen sich so Radio, Navi und Telefon bedienen. Die Qualität
bei der Wiedergabe von DVD-Filmen macht viel Freude, als
Musikserver erlaubt Comand APS auch die Speicherung von bis zu
1.000 MP3s.
Zur wirklich üppigen Serienausstattung zählen neben der
7G-TRONIC auch ein ESP, ein ABS und der Allradantrieb 4MATIC in
Kombination mit dem elektronischen Traktionssystem 4ETS.
Allradantrieb
Stichwort Allradantrieb: 4MATIC wirkt permanent an alle 4
Räder, verteilt das Antriebsmoment im Verhältnis von 45:55
zwischen Vorder- und Hinterachse. Das Verteilergetriebe ist
einstufig, das Zentraldifferenzial ist mit 50 Nm
"grundgesperrt". 4ETS sorgt für die Verteilung des
Antriebsmomentes an die Räder mit mehr Traktion, indem
rutschende oder durchdrehende Räder abgebremst werden.
Ein System, dass auf nassen oder mit Schnee bedeckten Straßen
ausgezeichnet funktioniert. Dass der GLK mit den Genen der
Allradlegende G-Klasse ausgestattet sei, darf man aber
schlichtweg als guten Marketing-Gag abtun.
Schlechtwegetauglichkeit ja, Geländetauglichkeit: nein,
definitiv nicht. Wenn man den GLK etwas forciert über kurvige
Landstraßen zirkelt, seine Übersichtlichkeit im Stadtverkehr
zu schätzen lernt, seine Langstreckentauglichkeit auf der
Autobahn genießt, das ausgewogene Fahrwerk genießt - dann kommt
man drauf: Der GLK will gar kein moderner G sein. Auch keine
kleine GL-Klasse. Sondern ein modernes, kompaktes SUV -
ein Alleskönner mit deutlichen "Onroad"-Prioritäten. Mit
deutlicher Distanz zu den anderen Modellen und damit weit
gehender Eigenständigkeit.
Preise/Fazit
Unser Testwagen stand übrigens mit einem Grundpreis von 33.190
Euro in der Liste. Auf dem Beipackzettel der an Bord
befindlichen Sonderausstattung fielen besonders das Comand
APS mit 2.670 und das "Intelligent Light System"
um 1.280 Euro auf. Das optische (!) Offroad-Paket war mit
940 Euro zu finden, die Einparkhilfe "Parktronic" immerhin noch
mit 720 Euro. Zusammen mit aufpreispflichtigen Features wie
Lederlenkrad, "Pre Safe"-System, Regensensor, Dachreling,
Sitzheizung und - last not least - Steuern ergab das einen recht
beachtlichen Gesamtpreis von 54.905 Euro. Nicht ganz
günstig für ein mittelgroßes SUV, das aber schließlich zu den
Luxus-Gefährten im Segment zählt, mercedes-typischen Komfort
sowie ausgezeichnete Fahrleistungen bietet. |